Ein starkes Zeichen für Inklusion und gelebte Vielfalt: Unsere Reformierte Stadtkirche wurde am 22.3. 2026 offiziell mit dem Prädikat „A und O“ ausgezeichnet. Damit wird unsere Gemeinde gewürdigt, die bereits Pionierarbeit leistete, als das Thema in weiten Teilen der Gesellschaft noch zur Debatte stand.
Das Prädikat „A und O“ (Anfang und Ende, aber hier vor allem: Aufgeschlossenheit und Offenheit) wird an Pfarrgemeinden verliehen, die sich in besonderer Weise für die Gleichstellung und Willkommenskultur von LGBTQ+-Personen in der Kirche einsetzen. Für unsere Gemeinde ist diese Auszeichnung jedoch mehr als nur eine Urkunde – sie ist die Bestätigung einer jahrzehntelangen Praxis.
Vorreiterin seit 1999
Während die offizielle Trauung für alle in Österreichs evangelischen Kirchen erst vor wenigen Jahren rechtlich verankert wurde, blickt die Stadtkirche auf eine weitaus längere Tradition zurück. Seit 1999 werden hier Paare gesegnet und getraut – und zwar völlig ungeachtet ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung.
„In unserer Gemeinde ist der Segen Gottes kein Exklusivgut, sondern ein Versprechen an alle Menschen, die in Liebe füreinander Verantwortung übernehmen wollen“, so der Tenor aus der Gemeinde.
Ein Ort für alle Lebensentwürfe
Die Verleihung unterstreicht, dass die Reformierte Stadtkirche ein Ort ist, an dem Vielfalt nicht nur toleriert, sondern als Bereicherung des kirchlichen Lebens gefeiert wird. Unsere Gemeinde hat über 25 Jahre lang bewiesen, dass Tradition und Progressivität keine Gegensätze sein müssen.
- Gelebte Geschichte: Seit 1999 Vorreiter bei Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare.
- Theologische Haltung: Ein klares Ja zur Liebe als verbindendes Element.
- Sichtbarkeit: Das Prädikat „A und O“ macht diese Haltung nun auch nach außen hin für alle Ratsuchenden und Gemeindemitglieder deutlich sichtbar.
Was bedeutet das Prädikat „A und O“?
Das Projekt „A und O“ der Evangelischen Kirche in Österreich möchte Gemeinden dazu ermutigen, ihre Türen weit zu öffnen. Es steht für:
- Anerkennung der Vielfalt menschlicher Lebensformen.
- Offenheit im Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.
- Orientierung an einer Theologie der Befreiung und Liebe.
Mit der Verleihung an die Reformierte Stadtkirche setzt die Evangelische Kirche H.B. ein leuchtendes Signal in der Wiener Innenstadt: Hier ist jede Liebe willkommen.
Harald Kluge
Pfarrer der Reformierten Stadtkirche
Foto: von B.B. Verleihung des Prädikats von Claudia Marlen Schröder (von Evanqueer) an Pfarrer Harald Kluge