Gottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden

5. Mai 2024

„Familie ist da, wo wir glauben, hoffen und lieben.“

Audiogottesdienst 5.5. 2024 der Konfirmand*innen Reformierte Stadtkirche „Familie ist da, wo man ..“ (youtube.com)

Anfangsgebet– Carina Wogowitsch

In dieser besonderen Stunde

versammeln wir uns vor dir,

um gemeinsam deine Liebe zu feiern

und unseren Glauben zu stärken.

Wir suchen in deiner Gegenwart

nach Hoffnung, die uns in Zeiten der Dunkelheit erhellt

nach Glauben, der uns festen Grund gibt.

nach Liebe, die uns verbindet und heilt.

Zeige uns, dass unsere Hoffnung nicht auf den Zufall gerichtet ist, sondern auf dich,

da du uns stets nahe bist.

Lass unseren Glauben stark sein,

damit wir ihn inmitten der Herausforderungen

des Lebens festhalten können

und erfülle unsere Herzen

mit deiner Liebe,

damit wir sie großzügig mit allen teilen können.

Segne diesen Gottesdienst für uns,

fülle uns mit deinem Geist

und sende uns gestärkt und ermutigt hinaus,

um deine Hoffnung,

deinen Glauben und deine Liebe

in die ganze Welt zu tragen.

Im Namen Jesu beten wir.

Anfangsgebet – Andreas Somogyi

Jeden Tag bin ich dankbar

für die wunderbare Familie,

die du mir geschenkt hast.

Deshalb wünsche ich mir,

dass auch andere

Menschen diesen Segen

erhalten.

AMEN

Epheserbrief des Apostels Paulus. (Kapitel 4,17.20-26.29) – gelesen von Cecilie Schwarz

„Ich sage euch: Lebt nicht länger wie Menschen, die Gott nicht kennen! Ihr habt gelernt, was Jesus wirklich von uns erwartet.  Ihr sollt euer altes Leben wie alte Kleider ablegen.  Folgt nicht mehr euren Leidenschaften, die euch in die Irre führen und euch zerstören. Lasst euch in eurem Denken verändern und euch innerlich ganz neu ausrichten. Zieht das neue Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht.

Ihr seid nun zu neuen Menschen geworden, die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Jeder soll erkennen, dass ihr jetzt zu Gott gehört und so lebt, wie es ihm gefällt. Belügt einander also nicht, sondern sagt die Wahrheit. Wir sind doch die Teile eines Körpers, der Gemeinde von Jesus. Wenn ihr zornig seid, dann bleibt nicht unversöhnlich. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt. Redet nicht schlecht voneinander, sondern habt ein gutes Wort für jeden, der es braucht. Was ihr sagt, soll hilfreich und ermutigend sein, eine Wohltat für alle.“

Predigtteil „Akzeptanz“ von Sarah Cerny

„Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern,

die ich ändern kann

und die Weisheit,

das eine vom anderen

zu unterscheiden!“

Diese Worte sagte der amerikanische evangelische Theologe Reinhold Niebuhr schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Ähnlich hatte der spanisch-jüdische Philosoph Solomon ibn Gabirol im 11. Jahrhundert im Text zur »Pforte der Erkenntnis« bereits geschrieben: „Die Vorzüglichkeit des Verstandes besteht in der Unterscheidung zwischen Möglichem und Unmöglichem, und in der Tröstung über das, was man zu ändern nicht imstande ist.“

Akzeptanz ist ein großes Wort. Manchen fällt es leicht, eine Situation oder andere Menschen und ihre Meinungen zu akzeptieren, anderen nicht. Was bedeutet Akzeptanz? Diese Frage stellen sich jetzt vielleicht viele von uns. Situationen, Personen und Lebensumstände so anzunehmen, wie sie kommen. Wir akzeptieren und tolerieren das Gute der Menschen und helfen denen die Hilfe brauchen. Man sollte sich nicht für bestimmte Personen ändern, sondern einfach man selbst sein. Akzeptanz ist eine der wichtigsten Eigenschaften.  Nur weil jemand eine andere Religion oder Hautfarbe hat oder einfach anders ausschaut, sollte man die anderen Personen trotzdem akzeptieren. In Situationen wie in der Schule, Familie und generell in der Öffentlichkeit ist es essenziell zu wissen, wie man Menschen akzeptiert. 

Im Evangelium nach Matthäus (Kapitel 5, Vers 43 bis 45) heißt es: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Dieses Zitat bringt Akzeptanz sehr gut für mich zum Ausdruck. Jede und jeder ist anders! Jede und jeder soll sein können wer oder was sie oder er ist und sich nicht verstellen müssen. Nun möchte ich noch Nathaniel Branden, einen Psychotherapeuten und Autor, zitieren: „Der erste Schritt in Richtung Veränderung ist Erkenntnis. Der zweite ist Akzeptanz.“ Aber akzeptieren wir andere Menschen, so wie sie sind?                                                                                  

AMEN

Predigtteil „Gemeinschaft in der Gemeinde“ von Franziska Haug

Ich werde als nächstes über das Thema Gemeinschaft in der Gemeinde predigen. Ich möchte mit einem Vers aus dem Hebräerbrief beginnen: „Und lasst uns aufeinander achtgeben, um uns zu guten Werken anzureizen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermutigen, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht.“

Ich glaube, dass wir an diesem Text ganz gut veranschaulichen können, wie die Gemeinschaft einer Gemeinde sein sollte. Aufeinander Acht zu geben, sich regelmäßig zu versammeln und einander zu lieben. Der Vers betont die Bedeutung der Gemeinschaft innerhalb und wie diese gegenseitige Ermutigung und Unterstützung dazu beiträgt, im Glauben zu wachsen und sich weiter zu entwickeln.

In der Bibel wird die Bedeutung der Gemeinschaft innerhalb einer Gemeinde immer wieder betont. Die Apostelgeschichte (Kapitel 2, Vers 42) beschreibt, wie die ersten Christen beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft waren. Sie teilten nicht nur ihre Güter, sondern auch ihr Leben miteinander. Dieses Bild einer lebendigen und liebevollen Gemeinschaft sollte uns inspirieren  und dazu ermutigen uns gegenseitig zu unterstützen,  ermutigen und für einander da zu sein. Die Gemeinschaft beschränkt sich nicht nur auf unsere physische Gemeinde, sondern erstreckt sich auch in unserem Glauben. Im Römerbrief (Kapitel 12, Vers 5) lesen wir:

„So sind wir, die Vielen, ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander.“

Diese Worte erinnern uns  daran, dass wir alle eine tiefe Verbundenheit miteinander haben. Unser Glaube vereint uns und gibt uns Hoffnung! Natürlich gibt es auch Herausforderungen in der Gemeinschaft, sei es innerhalb der Gemeinde oder in unserem Glauben. Unterschiedliche Meinungen, persönliche Konflikte und andere Hindernisse können unsere Gemeinschaft belasten. Doch gerade in  diesen Momenten ist es wichtig, dass wir uns an die Worte aus dem Hebräerbrief (Kapitel 10, Vers 24 bis 25) erinnern: „Und lasst uns aufeinander achthaben, um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen.“

Durch unsere Liebe und die Kraft des Heiligen Geistes können wir diese Herausforderungen überwinden und gestärkt aus ihnen hervorgehen. Doch es ist nicht nur wichtig eine gute Gemeinschaft in der Gemeinde zu haben, sondern auch zwischen den christlichen Religionen ein gutes Miteinander zu pflegen. So bedeutet „ökumenisch“ wörtlich so viel wie „großen Haus“. Da sich sicher einige von Ihnen fragen, was „ökumenisch“ umgangssprachlich heißt:  Ökumene ist das „Haus der christlichen Religionen. Und darüber hinaus das „Haus aller Religionen …“ Danke.

Predigtteil „Ohana“ von Cornelia Jünger

„Ohana heißt Familie. Familie heißt, dass alle zusammenhalten und füreinander da sind.“

Das hat der blaue außerirdische Kerl mit dem Namen Stitch im Disney-Film „Lilo und Stitch“ gesagt.  Das stimmt auch. Denn auf Hawaiianisch bedeutet „Ohana“ „Familie“ und steht für das Zusammenhalten und dass niemand ausgeschlossen wird. Ohana bezieht sich aber auf Hawaii nicht nur auf die eigene Blutsverwandtschaft. Adoptivkinder, die Familie des Partners und selbst Freunde und Bekannte können dazugezählt werden. Der Begriff stammt vom Wort kohanga ab. Die wörtliche Übersetzung lautet „Nest“ oder „Kinderzimmer“.

Familie ist eine Gemeinschaft, die durch Liebe und Akzeptanz zusammengehalten wird und von Hoffnung geprägt ist. Doch Familie ist mehr als nur eine Gruppe von Menschen, die zusammenleben. Familie ist die wichtigste Quelle der emotionalen Unterstützung für den Einzelnen. In der Familie lernen wir, Bindungen einzugehen, Liebe auszudrücken und zu empfangen sowie ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln. Von Geburt an werden wir von unseren Familienmitgliedern genährt und umsorgt, die eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung unserer frühen Erfahrungen und unserer emotionalen Entwicklung spielen. Während wir heranwachsen, bietet uns unsere Familie weiterhin ein Gefühl der Sicherheit und Stabilität und schafft einen sicheren Raum, in dem wir die Herausforderungen des Lebens meistern können. Darüber hinaus beeinflusst die Familie unsere Werte und Überzeugungen und bietet uns einen kulturellen und moralischen Rahmen, der unser Verständnis der Welt prägt.

In der Familie befindet man sich also in einer ganz besonderen Gemeinschaft, die einen so annimmt, wie man ist, und einen bedingungslos liebt. Familie schenkt Hoffnung  selbst in den dunkelsten Zeiten. Unsere Familie gibt uns auf eine ganz besondere Art und Weise Hoffnung. Sie überträgt sie irgendwie, wenn man sich umarmt oder sogar einfach, wenn sie einen aufmuntern oder mit uns reden. Es ist beinahe wie Magie. Die Personen in der Familie, die Hoffnung am besten übertragen, sind meiner Meinung nach unsere Eltern. Sie übertragen Hoffnung auf eine so wunderbare Art und Weise. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Eltern bedanken, denn ohne sie könnte ich heute nicht vor euch stehen. Danke, Mama! Und danke, Papa!

Doch unsere Familie schenkt uns nicht nur Hoffnung in dunklen Zeiten, sondern unterstützt uns und hilft uns, wenn es uns gesundheitlich nicht gut geht. Und ich möchte betonen, dass zur Gesundheit auch die psychische Gesundheit zählt. Wenn es uns Teenagern nicht gut geht, schieben wir oft alles auf das böse Handy. Doch was, wenn die Psyche schuld ist, dass es uns nicht gut geht? Immer schieben wir alles auf das Handy. Doch was, wenn ich euch sage, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht das Handy ist, sondern die Psyche, die müde ist oder der es nicht gut geht, die Zuneigung, Liebe und Unterstützung braucht?

Also achtet auch auf das psychische Wohlbefinden eures Kindes, eurer Eltern, eurer Geschwister, eurer Familie. Denn diese spielt eine sehr wichtige Rolle in eurem Leben. Glaubt mir, sie tut es wirklich. Sie wird leider oft in unserer Gesellschaft vergessen und nicht beachtet, da sie nicht so wichtig wie die körperliche Gesundheit erscheint. Wenn jemand ein gebrochenes Bein hat, wird ihm sofort geholfen, doch wenn jemand psychisch krank ist, nicht? Warum? Psychische Krankheiten sollte man ernst nehmen und mehr berücksichtigen. Immerhin leidet fast jeder dritte Mensch bei uns in Österreich einmal in seinem Leben an einer psychischen Krankheit. Es ist sehr oft oder besser gesagt immer so, dass es, wenn es einem psychisch nicht gut geht, einem körperlich auch nicht gut geht. Wenn wir traurig sind, haben wir vielleicht Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen, uns ist schlecht, wir sind müde und erschöpft oder kraftlos.

Doch zum Glück gibt es Personen, auf die du immer zählen kannst: unsere Familie.

Auch meine Familie, genauer gesagt meine Eltern, haben mir sehr geholfen, als es mir gesundheitlich schlecht ging. Sie haben mir in meinen dunkelsten Zeiten geholfen. Ich weiß noch genau, wie sie mit mir kurz nach meinen Operationen im Jahr 2022 geduldig das Laufen geübt haben, da ich es verlernt hatte. Sie haben mich gefüttert, da ich zu schwach war. Wie sie mich lange im Rollstuhl geschoben haben, da ich nicht die Kraft hatte, lange zu gehen, auch wenn ich schon gehen konnte. Egal, wohin, sie haben mich mit dem Rollstuhl dorthin gebracht. Wie sie mit mir darauf gewartet haben, dass ich aus dem Krankenhaus entlassen werde. Aber vor allem darauf, dass es mir bald besser geht. Auch wenn es mir psychisch nicht gut geht, unterstützen sie mich so gut wie möglich. Sie haben mir sehr geholfen, und im Gegenzug werde ich ihnen auch helfen, wenn es ihnen nicht gut geht. Denn in den Zehn Geboten steht: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit es dir wohlergehe in deinem Land.“

Wir sollten unseren Eltern dankbar sein, egal was passiert und egal, wie nervig sie manchmal sind. Sie werden immer für uns da sein. AMEN

Schlussgebet von Sophie Moldaschl

Lasst uns beten und dazu aufstehen.

Lieber Gott,

wir bitten dich

um deine Liebe,

die uns alle umhüllt

und uns Kraft gibt.

Lass uns in der Liebe wachsen

und einander bedingungslos unterstützen.

Hilf uns,

die Schönheit der Liebe zu erkennen

und sie in unserem täglichen Leben zu leben.

Lass uns einander

mit Respekt und Mitgefühl begegnen und Frieden in unseren Herzen finden.

 Schlussgebet von Ruth Kluge

Gott!

Bitte hilf uns,

dass jede Familie,

egal wie groß oder klein sie ist,

egal wie sie aussehen und wo sie leben,

egal welche Religion sie haben,

oder auch wenn sie keine Religion haben,

dass jede Familie

bei schwierigen und schönen Momenten

immer zusammenhält.

Schenke allen Familien Einheit,

Frieden und Gelassenheit.

Gewähre denen deine Hilfe,

die Krankheit, Not oder Einsamkeit erleiden.

Schlussgebet von Nandor Oldenburg

Gott.

Ich trauere um zerstrittene Familien,

welche durch Missverständnisse, Stolz

oder Angst vor Konfrontationen

viele schöne Erinnerungen, Momente

und Geschichten verloren haben

und dies auch in Zukunft werden.

Deshalb bitte ich dich,

diese Familien wieder zusammenzuführen,

um nicht mehr unbezahlbare Zeit

mit Geliebten zu verlieren.

Deshalb bitte ich dich

mir Kraft und Mut zu geben,

um die Wände aus fehlender Kommunikation

und Missverständnissen

zwischen mir und den mir wichtigen Personen

niederschlagen zu können.

Schlussgebet von Julius Somogyi

O HERR!

Ich bin jeden Tag dankbar

für das Geschenk des Friedens,

welches du mir gegeben hast.

Wir dürfen hier in Frieden zusammenleben

und zusammen feiern.

Ich wünsche mir dennoch,

dass jede Person auf dieser Welt

Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Schutz und Geborgenheit

durch deinen Sohn

und unseren Herrn Jesus Christus finden.

Und ich bitte dich,

lass uns alle durch deinen Heiligen Geist

Erleuchtung erfahren.

AMEN