
Die Reformierte Stadtkirche in der Wiener Innenstadt ist einen mutigen Schritt in Richtung Klimaneutralität gegangen. Nachdem bereits seit Jahren eine kleinere Photovoltaikanlage auf dem Dach thronte, wurde das System 2023 massiv erweitert. Damit setzt die Gemeinde mitten im historischen Zentrum ein sichtbares Zeichen für den Umweltschutz und die Bewahrung der Schöpfung.
In Zeiten steigender Energiepreise und der drängenden Klimakrise sind innovative Lösungen gefragt –auch und gerade hinter historischen Fassaden. Die Evangelische Pfarrgemeinde H.B. Wien Innere Stadt hat dies zum Anlass genommen, ihre Kapazitäten zur Eigenstromversorgung drastisch auszubauen.
Ein Kraftwerk auf dem Kirchendach
Die Erweiterung der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach der Stadtkirche in der Dorotheergasse 16 ist mehr als nur eine technische Aufrüstung. Es ist ein Statement. Durch die Vergrößerung der Fläche kann nun ein weitaus größerer Teil des Strombedarfs für das Kirchengebäude, die Kanzleien und die angeschlossenen Räumlichkeiten direkt vor Ort produziert werden. „Wir tragen die Verantwortung für unsere Umwelt nicht nur in unseren Gebeten, sondern auch in unserem Handeln“, so Pfarrer Harald Kluge.
Denkmalschutz trifft Moderne.
Die besondere Herausforderung bei Projekten dieser Art im ersten Wiener Gemeindebezirk ist stets die Balance zwischen Denkmalschutz und ökologischer Notwendigkeit. Dass die Erweiterung im Jahr 2023 erfolgreich umgesetzt wurde, zeigt, dass moderne Energiegewinnung und historische Architektur kein Widerspruch sein müssen. Die Paneele wurden so installiert, dass sie das ästhetische Erscheinungsbild des geschützten Gebäudes wahren und dennoch maximale Ausbeute liefern.
Die Fakten auf einen Blick
Standort: Reformierte Stadtkirche, 1010 Wien.
Projektziel: Reduktion des CO₂-Fußabdrucks und Vorbildfunktion für andere kirchliche Einrichtungen.
Umsetzung: Erweiterung der bestehenden Anlage um zusätzliche Module zur Maximierung der Eigenstromquote.
Teil einer größeren Strategie
Die Investition in die Sonnenenergie ist eingebettet in die umfassende Umweltstrategie der Evangelischen Kirchen in Österreich. Ziel ist es, bis spätestens 2035 klimaneutral zu werden. Die Reformierte Stadtkirche zeigt mit ihrem „Solarkraftwerk“, dass auch Gemeinden mit begrenztem Raum im städtischen Bereich einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten können.
Für die Gemeinde ist klar: Jeder Sonnenstrahl, der auf das Dach der Dorotheergasse fällt, ist nun ein direktes Investment in eine grünere Zukunft.
Harald Kluge